27. Februar 2024

Abschied von Hans Schäfer

Ende Juli hieß es für die Tischtennisabteilung der SV Brackwede Abschied nehmen von einem guten Freund, einem großartigen Spieler und einfach einem tollen Menschen. Kurz nach seinem 74. Geburtstag verstarb überraschend für uns alle unser langjähriger Sportkamerad Hans „Hansi“ Schäfer.

Seine Tischtenniskarriere begann Hansi bei Waspo Remscheid. Hier zeigte er schon früh sein großes Talent und wurde Anfang der 60er Jahre der erste Westdeutsche Schülermeister. Klar, dass auch andere Vereine auf ihn aufmerksam wurden. Und so wechselte er schließlich zu Beginn der 70er Jahre zum damaligem Tischtennisbundesligisten Meidericher TTC. Hier erlebte er sicherlich seine sportlich erfolgreichsten Jahre. In einem Team mit den damaligen Tischtennisgrößen Peter Engel, Hanno Deutz oder Richard Fritz konnte er die Vizemeisterschaft in der Bundesliga feiern. Legendär waren auch Hansis Berichte über die damaligen Auswärtsspiele im ETTU-Cup in Barcelona und Zagreb.

Dann aber zog es ihn nach Ostwestfalen, wo er seine familiären und beruflichen Zelte in Marienfeld beziehungsweise Harsewinkel aufschlug. Nach einer Zwischenstation beim Regionalligisten Warendorfer SU (hier spielte er sogar ein Jahr zusammen mit unserem Sportkameraden Harald Hagemann), fand er dann seine sportliche Heimat zunächst beim LTV Lippstadt. Dort war er viele Jahre eine der großen Stützen des Oberligateams. Sportlicher Höhepunkt seiner dortigen Zeit war sicherlich 1981 der Aufstieg in die Regionalliga, der damals noch zweithöchsten deutschen Spielklasse. Doch 1985 erfolgte dann der Ruf der SV Brackwede. Der Schreiber dieser Zeilen hatte gerade nach einem Jahr in der Verbandsliga den Wiederaufstieg in die Oberliga geschafft, als es gelang, Hansi für die folgende Saison als Spitzenspieler in das Quirkendorp zu locken. Es folgten viele erfolgreiche Jahre in unserem Oberligateam – und schließlich waren es insgesamt 37 Jahre, in denen Hansi Schäfer das Trikot einer Mannschaft der SV Brackwede trug.

Noch im Mai dieses Jahres war er eine wichtige Stütze beim Klassenerhalt des Bezirkslassenteams. Auch hier zeigte er immer noch sein großartiges Ballgefühl, sein Spielverständnis und vor allen Dingen seine unerschöpfliche Freude an der Jagd nach dem kleinen weißen Ball. Natürlich war er ehrgeizig und wollte seine Spiele gewinnen – doch nichts charakterisierte Hansi besser als sein beliebter Spruch nach einer Niederlage: „Ok, ich habe zwar nicht gewonnen, doch habt Ihr gesehen: den schönsten Ballwechsel des Tages konnte ich für mich entscheiden“.

Mit diesem nie verbissenen, immer lockeren und sympathischen Auftreten gelangen Hansi auch seine großen Erfolge im Seniorenbereich. Viele Titel und tolle Platzierungen bei Bezirks- und Westdeutschen Meisterschaften konnte er dort erreichen. Und oft gelang ihm auch die Qualifikation für die deutschen Titelkämpfe. Beispielhaft soll hier nur sein Titelgewinn in der Altersklasse 70 (im Einzel- und Doppel) bei den letzten Westdeutschen Meisterschaften vor der Coronapause im Jahre 2019 aufgeführt werden. Auch in diesem Jahr gelang es Hansi lückenlos, an diese Leistungen anzuknüpfen. Denn bei den ersten Westdeutschen Senioren Meisterschaften nach zwei Jahren Pause stand er als Dritter der AK 70 Klasse gleich wieder auf dem Treppchen und schaffte so die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften in Völklingen.

Es ist einfach schwer vorstellbar, dass Hansi im nächsten Jahr nicht mehr dabei sein wird – und eines ist sicher: die gesamte Tischtennisgemeinde wird ihn sehr vermissen!

Das gilt natürlich besonders für die SVB-Tischtennisfamilie. Denn auch abseits der Platte war Hansi aufgrund seiner sympathischen und geselligen Art bei allen seinen Tischtennisfreunden sehr beliebt.

Doch Hansi Schäfer nur auf den Tischtennissport zu reduzieren, wäre viel zu kurz gesprungen, denn Hansi war sprichwörtlich ein „Hansdampf in allen Gassen“. 

Bis 2010 war er 36 Jahre beruflich für CLAAS in Harsewinkel tätig. Wer ihn dort in seinem Büro hoch über der Produktionshalle besuchte, merkte schnell, mit welchem Engagement und Herzblut er dort seinen Aufgaben nachging. Bei der obligatorischen Führung über das Werksgelände zeigten die vielen freundlichen Grüße von allen Seiten, wie beliebt er auch dort bei seinen Kollegen war. Auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand blieb er seinem Unternehmen verbunden, lieferte er doch Präsente für die zu ehrenden Jubilare. „Ruhestand“ war für Hansi sicherlich ein Unwort, denn nun baute er seinen, schon während seiner aktiven beruflichen Zeit betriebenen TT-Shop, so richtig aus. Unzählige Sportartikel und eine große Auswahl an Pokalen präsentierte er stolz in seinem Ladenlokal in Marienfeld. Wenn er dann noch ein Bauprojekt vorantreiben konnte, dann war er erst so richtig in seinem Element.

Bei allen seinen Aktivitäten war aber der eigentliche Mittelpunkt seines Lebens seine Ehefrau Elisabeth, die dafür sorgte, dass Hansi zu Hause immer wieder die Ruhe fand, um Kraft für seine zahlreichen Unternehmungen zu tanken. Für die notwendige Abwechselung im Haus in Marienfeld sorgten zunächst die drei gemeinsamen Kinder Guido, Mario und Claudia. Sie haben längst ihre eigenen Familien gegründet und so waren zuletzt die sechs Enkelkinder der ganze Stolz von „Opa Hansi“. 

Unser Mitgefühl gilt besonders seiner Ehefrau Elisabeth und allen seinen Angehörigen. Wir werden Hansi niemals vergessen und ihm stets ein ehrenvolles Andenken bewahren.